Wofür war ich diese Woche dankbar?

Die vergangene Woche war recht arbeitsreich… eine Kollegin war krank und somit war ich 5 Tage in der Arbeit statt 2-3… hatte nach der Alm-Auszeit nur einen freien Tag, um auszupacken und wieder im Alltag anzukommen…daneben hatte ich in nur 2 Wochen 4 platte Reifen… FilzGöttin kann nun derzeit auch keine Aufträge mehr annehmen, es fehlt einfach an Zeit… es hatten außerdem ein paar schwierige Gespräche mit lieben Menschen stattgefunden…

Also ist es nun höchste Zeit, sich den Dingen zuzuwenden, für die ich dankbar bin….

Alm-Auszeit – letzte Woche war ich auf der Alm – alleine…. es kommt mir jetzt schon wieder wie eine Ewigkeit vor, aber ich habe Beweisfotos… über dem Nebel 😉 es war einfach nur schön und als Draufgabe hatte ich eine wunderbare Geburtstagsfeier gehabt mit Schwedenfotos herzeigen und gemeinsamen Ritual! Ich hab mich auch das erste  Mal getraut, ein Märchen von mir vorzulesen in einer größeren Gruppe!

Badewanne – nach einem langen Arbeitstag sicherlich genau das richtige! Zum Geburtstag hatte ich auch ein duftendes Rosenduschgel von einer lieben Freundin bekommen. Ich war sehr lang drinnen im dunklen Badeimmer, mein Mann brachte mir noch was zum Essen vorbei und blieb zum Reden da – echt entspannend!

Schlafen – meist ging ich sehr früh zu Bett, so gleich mal nachdem ich die Kinder ins Bett gebracht hatte… träumte noch vor mich hin und war morgens eigentlich recht ausgeschlafen…

Radfahren – wenn denn die Reifen in Ordnung sind (aber so hatte ich auch nette Begegnungen mit zb. einem Busfahrer, der mich mit platten Reifen ausnahmsweise mitgenommen hat) – ist es meine Kraftquelle schlechthin. Ich kann einfach nur die Natur genießen, manchmal sehe ich auch Rehe, Fasane, Reiher, höre Bussarde und Raben… bin in der Au, im Wald, am Fluss… Nebel gibt es auch genug… Nachts fahre ich auch gerne, in der Au ist es dunkel (keine störenden Straßenlaternen), ich schalte das Licht aus und verschmelze mit der Nacht 😉

 

 

Sonne – wenn sie denn mal scheint in Unterkärnten bzw. dem Klagenfurter Becken… zuletzt gesehen am Dienstag, da bin ich sofort raus und saß eine ganze Zeit auf einer Bank in der Sonne und hab sie einfach nur genossen, herrlich.. wir haben ja spaßeshalber mal im Kalender eingetragen, wieviel Nebeltage es so waren… es waren viele… zum Glück gibts ja Berge wo man rauffahren kann…

 

Nun denn, habt eine schöne Woche und seid dankbar 😉

Friday Fives sammelt wie immer Nadine – schaut mal hin zu ihrer schönen Seite!

Was hab ich heute so gemacht?

Zyklustag 26

Einmal im Monat schaue ich mir für einen Tag etwas genauer an, was ich so gemacht habe (inspiriert von „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“)  , ist auch mal ganz interessant, was frau so alles schafft an einem Tag…

Da der Sohn heute leider krank ist (Hüftschnupfen oder wie bring ich einen 5jährigen zum Still-Liegen…), muss eigentlich nur die Tochter zeitig aus dem Haus. Ich stehe erst um 7:45 auf, mache für mich und den Sohn den üblichen Hafermorgenbrei, dann bekommt er seine Globuli und Medizin und ein paar Geschichten, ehe ich Tagebuch schreibe, Mails und Handy checke, einen Kaffee trinke und als zweites Frühstück Schokolade esse…

8:45 fang ich zum Filzen an, es gibt einiges zu tun an Kraftgöttinnen, es tut gut, ganz da hineinzutauchen, Gedichte zu den Figuren zu schreiben und mich ganz dem Fluss der Verbundenheit hinzugeben… unterbrochen heute halt vom Sohn, den ich regelmäßig in seinem Zimmer mit neuen Spielsachen, Büchern und Essen versorge… Mein Mann und ich wechseln uns ab, damit jeder mal in Ruhe arbeiten kann…

Um 11 fang ich mit Kochen an, heut gibt es Krautfleckerln, sie werden echt lecker 😉 dazwischen schreibe ich immer wieder Ideen für Workshops auf oder meine geplante Geburtstagsfeier…

Nach 12:30 filze ich weiter, aber der Sohn ist nicht mehr so geduldig mit dem Herum-Liegen, auch wenn er meine ganzen Göttinnenkarten anschauen darf… deswegen schaut dann mein Mann wieder auf ihn, dann kann ich wenigstens noch eine Göttin fertig machen…

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Draußen scheint gerade schön die Sonne und ich nehme mir meine tägliche Wildfrauenzeit, radl zum Fluss und sitze lange am Felsen…. herrlich ist das…. und da ich auch in der Wildfrauenphase (prämenstruelle Phase bei mir) bin, fließen auch gleich die Ideen weiter, ich lasse mich ganz auf den wunderbaren Fluss der Kreativität ein… ist ja auch wichtig für meine selbstständige Arbeit und in der Natur kommen mir meist die besten Ideen (oder beim Kochen, Haushaltmachen, baden, am Klo…).

Um 15 Uhr fahre ich beim örtlichen kleinen Supermarkt mit dem Rad einkaufen, ehe ich die Tochter vom Hort hole und wir zuhause Kuchen backen, Geschichten vorlesen… später dürfen sie ihre halbe Stunde Film schauen, während ich mein Visionboard aufräume – ich hänge alles ab, was dort hängt, mache Platz für Neues, war mir grad ein Anliegen… dann ist wieder genug Raum für Ideen…

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Abendessen mit lecker Krautsalat gibt es so um 18 Uhr, danach macht die Tochter noch Hausübung, ehe es das übliche Drama ums Zähneputzen gibt… ist grad echt furchtbar nervig, ganz ehrlich… versuche mir, davon nicht die Laune verderben zu lassen… nun ja, gelingt nicht immer… der Mann liest dann lieber noch eine Geschichte vor, ich mag nicht mehr… Um 8 schlafen sie dann… Ich schreibe das hier und  bewundere draußen die wundervolle Mondin in ihrer schönsten Sichelform… vielleicht schau ich später noch raus, auch wenn es schon echt kalt ist… diese herbstlich klaren Sternennächte sind einfach unvergleichlich, gestern abend war ich auch noch mal weg und die Plejaden funkeln schon den kommenden Winter voraus…

Und, was habt ihr heute so gemacht? Genießt noch den Abend, ich werde es 😉

 

 

Die Schamanin vom See…

Meine Reise in Schweden führte mich zu meinem derzeitigen Lieblingssee in diesem wunderschönen, weiten, wilden Land: dem Rogen. Umgeben von Fjäll, hohen Bergen über der Baumgrenze liegt er eingebettet zwischen Wäldern und Felsen und ist so groß, dass man mehrere Tage bräuchte, um ihn zu umrunden. Vor 10 Jahren war ich schon mal dort gewesen auf dem südlichen Kungsleden und den See wollte ich unbedingt noch einmal sehen, so magisch und schön und einfach anziehend wie er ist!

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Nach mehreren Tagen Anreise mit Bahn und Bus und per Anhalter und noch 10 km durch unwegsames Gelände zu Fuß war ich angelangt am See meiner Träume bei wunderschönem Sonnenschein! Ich konnte mein Glück kaum fassen, so riesig und weit und mit windigen Wellen lag er vor mir!

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Am nächsten Tag fuhr ich mit dem Kanu auf dem See, eine unglaubliche Erfahrung! Einsame Strände, Rentiere, Buchten, plötzlich aufkommender Wind, der mich auf den weiten See hinaustreiben will… an einer Hütte dort waren zwei Archäologen, die gerade ein ca. 1000-1500 Jahre altes Grab frei legten. Sie zeigten mir Knochenreste und bearbeitete Knochenspitzen und erzählten, dass der See schon seit der Steinzeit besiedelt sei und auf dem Berg am gegenüberliegenden Ufer hatten sie Felszeichnungen mit Bär, Ren und Schlange und Symbolen gefunden. Kein Wunder, dass ich mich da so wohl fühle! Dieses Gebiet hat einfach etwas, einen gewissen Reiz, er ist beschützt, wunderschön, es gibt genügend Nahrung und die wenigen Strände und zugänglichen Uferstellen werden schon seit Tausenden Jahren genutzt!

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Am Abend machte ich eine schamanische Reise und kam zu einer Rentier-Schamanin, der Schamanin vom See… es war eine sehr erleuchtende Reise und ich sammelte am Ufer des Rogen noch passende Naturmaterialien für ihr Abbild in Filz: kleine Steinchen und einen passenden Stab und eine Feder fand ich auch! Als ich in der Sauna saß und auf den herrlichen See blickte, kam mir auch ein Lied, das ich fortan oft sang und summte auf meinem weiteren Weg um den See herum und weiter nach Süden:

Ancient Shamana of this land
ancient shamana of this lake
guide me with your wisdom
guide me with your spirit
reindeer, bear and snake
reindeer, bear and snake
guide me with your wisdom…

 

Und hier ist sie, die Schamanin vom See, die ich nach dem Bild aus meiner schamanischen Reise gefertigt habe:

 

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Sie ist etwas ganz Besonderes und Einmaliges, da auch die Naturmaterialien an ihr aus Schweden stammen, ich sie also nicht mehr so „original“ nachfilzen kann! Meine Filzfiguren lasse ich meistens los, sobald ich sie gefilzt habe, daher hat sie schon ein neues Zuhause gefunden 😉

 

Mondzeit zu Schulbeginn…

oder: Wo sind die Mondhütten, wenn frau sie braucht?

oder: Nimm dir Pausen, bevor du sie brauchst..

Mein Mondblut beginnt zu fließen, stockend, mit Bauchziehen… es fühlt sich an wie ein Knoten in meiner Mitte… der Mann hat nach einer durchtanzten Nacht Kopfweh, die Kinder streiten gefühlt unentwegt, ich hab so viel getan letzte Woche, dass ich eigentlich echt erschöpft bin…

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Im Flow der Wildfrauenzeit (meine prämenstruelle Phase) nehme ich kaum wahr, dass ich zu viel mache, es ist schön, so viel zu schaffen, es macht Freude, es macht Spaß, es ist wild, es geht alles… Aber eben nicht immer, nicht die ganze Zeit, nicht in der Mondzeit. Auf einmal ist da Müdigkeit, Schwere, mich abgrenzen wollen vom Rest der Welt…

In solchen Momenten frage ich mich, ob es das mal wirklich gegeben hat, die Mondhütten, wo die Frauen zur Mondzeit in Ruhe ihre Visionen haben konnten, ihre monatliche Visionssuche aus ihrer roten Mitte heraus vollziehen konnten, ohne Kinder und Haushalt und 3 Jobs meistern zu müssen… jetzt gerade frage ich mich einfach nur, warum frau ausgerechnet zu Weihnachten oder zu Schulbeginn ihre Tage bekommen muss… Tampon rein und weiter gehts wäre wohl das, was von uns erwartet würde… aber es fühlt sich einfach nicht richtig an für mich…

Die Sehnsucht nach Hingabe ans fließende Mondblut, das Verbundensein mit dem Großen Ganzen, die auftauchenden Visionen, die stille rote Kraft in mir…

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Empfinde es manchmal auch als Verschwendung, meine Mondzeit mit Arbeit, Kids und Co. zu verbringen, auch wenn ich mit gleichzeitiger Würdigung lebe, dass ich eben blute und in einem Zustand zwischen den Welten bin,,,

Aber an sich brauche ich Auszeiten nicht nur in der Mondzeit (da natürlich besonders)… Pausen braucht jeder finde ich… um in Ruhe zu essen, zu meditieren, hinaus in den Wald zu gehen oder as auch immer für jeden passend sein möge… und zwar nicht erst, wenn es zu spät ist, wenn man schon erschöpft und fertig und grantig ist, sondern vorher – sie sich regelmäßig zu nehmen, sie vorher schon einzuplanen, dass ich weiß, bis dahin schaffe ich es und ich tue mehr als genug, ich darf Pausen machen, erst recht in der Mondzeit…

Und so sitze ich nun am Fluss, lausche seinem beständigen Fließen und fließe mit…

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